Grid Codes:

Essentielles Werkzeug zur sicheren Netzintegration erneuerbarer Energien

Grid Codes stellen ein wichtiges Regelwerk in jedem modernen Stromsystem dar. Egal, ob es sich um vollständig entflochtene Systeme oder um vertikal integrierte Systeme mit einem Anteil an privaten Erzeugungseinheiten handelt. Sie legen die technischen Regeln fest, die jeder aktive Teilnehmer am Stromsystem – insbesondere Erzeugungseinheiten – befolgen müssen, um Netzzugang zu erhalten. Im Deutschen wird oft der Begriff „Netzanschlussrichtlinien“ verwendet, allerdings können Grid Codes darüber hinaus auch Richtlinien für die Planung, Systemführung und Kommunikation enthalten, womit der Begriff etwas zu kurz greift.

Warum sind Grid Codes notwendig?

Im Gegensatz zur traditionellen Auslegung mit wenigen zentralisierten Erzeugungseinheiten verfügen viele moderne Energieversorgungssysteme über eine große Zahl an Akteuren. Dazu zählen dezentrale Erzeugungseinheiten, regelbare Lasten, Speicher und anderen Einheiten, die sich meist in privater Hand befinden. Jede dieser Einheiten hat Einfluss auf den Systembetrieb und muss daher sowohl im Normalbetrieb als auch im Fehlerfall ein definiertes Verhalten aufweisen. Damit nicht für jede Einheit bilaterale Verhandlungen über das genaue Verhalten geführt werden müssen, wird der Grid Code als zentrale Richtlinie für alle Beteiligten definiert. Besonders wenn der Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet ist, konformen Erzeugungsanlagen Netzzugang zu gewähren, ist ein präzise definierter und fallspezifisch passender Grid Code von zentraler Bedeutung.

Was ist in einem Grid Code enthalten?

Grid Codes enthalten Richtlinien für den Betrieb des Netzes, für angeschlossene Erzeugungsanlagen und für Verbraucher. Für die Integration erneuerbarer und/oder dezentraler Erzeugung sind dabei die folgenden Punkte besonders hervorzuheben:

  • Richtlinien zur einzuhaltenden Spannungsqualität und erlaubten Netzrückwirkungen (Oberwellen, Flicker, Spannungsbetrag)
  • Definition der erforderlichen Wirk- und Blindleistungsregelung
  • Verhalten der Anlage im Störungsfall, bei Über- oder Unterspannung oder Frequenzabweichungen
  • Kommunikationsschnittstellen, über die der Netzbetreiber auf die Anlage zugreifen kann
  • Kriterien für Simulationsmodelle

Darüber hinaus können Grid Codes auch Regulatorien zum Betrieb des Markts, zur Netzplanung, zur Allokation von Transferkapazitäten und vieles mehr enthalten – der Umfang des Grid Codes unterscheidet sich von Land zu Land und von Netzbetreiber zu Netzbetreiber.

In Kürze
  • Grid Codes legen Regeln für den Netzbetrieb und für Erzeugungsanlagen fest.
  • Besonders das Verhalten dezentraler Erzeugungsanlagen im Fehlerfall ist ein wichtiger Bestandteil.
  • Die im Grid Code festgelegten Regeln müssen den Gegebenheiten des Systems angepasst werden.

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